Flughafen Leipzig

Flughafen Leipzig – Start- und Landebahn Süd

Im Planfeststellungsverfahren haben wir das Regierungspräsidium (jetzt: Landesdirektion) Leipzig als Planfeststellungsbehörde umfassend beraten. Das Verfahren wurde nach einem Jahr und einem Tag erfolgreich abgeschlossen, das bislang schnellste Verfahren für ein so schwieriges Projekt. Auch die Gerichtsverfahren wurden erfolgreich abgeschlossen, ohne Baustopp.

Beratungsumfang

  • Planfeststellungsverfahren nach dem LuftVG;
  • Steuerung der Projektgruppe des Regierungspräsidiums in Fragen des Verwaltungsverfahrens, Entwicklung des Lärmschutzkonzeptes, Mitarbeit in allen anderen relevanten Fragestellungen (Naturschutz, Raumordnung, etc.);
  • Beurteilung der Planrechtfertigung wegen Ansiedlung eines Frachthubs für DHL;
  • Beratung in Fragestellungen des Enteignungsrechts (z.B. Existenzgefährdungen);
  • Gerichtlicher Rechtsschutz

Besonderheit des Verfahrens

Das Vorhaben umfasste u.a. den Neubau der Start- und Landebahn Süd unter Drehung in Parallellage zur Nordbahn mit gleichzeitiger Verlängerung von 2500 m auf 3600 m sowie die Errichtung eines neuen Vorfelds als Betriebsfläche für den Luftfrachtumschlag. Erstmalig erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, dort dem Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, unter Verwendung der neuesten Forschungsergebnisse des DLR der Einsatz einer Dosis-Wirkungs-Beziehung als Grundlage für das dem Planfeststellungsbeschluss zugrunde liegende Nachtlärmschutzkonzept.

Durch die umfassenden Forschungsergebnisse des DLR kann für jeden Immissionsort die Anzahl der Aufwachreaktionen bestimmt werden. Im Planfeststellungsbeschluss wurde als Schutzziel “weniger als eine zusätzliche Aufwachreaktion” für den Flugverkehr festgelegt. Anhand dieses Schutzziels kann unter Berücksichtigung des prognostizierten Flugzeugmixes das erforderliche Schalldämmmaß individuell bestimmt werden. Der Einsatz der Dosis-Wirkungs-Beziehung ermöglicht zuverlässigen Schallschutz für die Anwohner, da die bisher verwendeten akustischen Kenngrößen wissenschaftlich nicht unmittelbar ableitbar sind. Auch ermöglicht das Schutzkonzept auf der Grundlage der Forschungsergebnisse des DLR am Flughafen Leipzig / Halle einen 24 Stunden-Betrieb, bei dem ein Nebeneinander von Flughafen und Nachbarn gewährleistet ist.

Das BVerwG hat Anträge auf „Baustopp“ abgelehnt, so dass der Hub für DHL termingerecht fertig wurde.

Rechtsanwalt de Witt hatte bereits zuvor die Planfeststellung für die Nordbahn beraten.

Veröffentlichungen:

  • de Witt, Schutzkonzepte gegen nächtlichen Fluglärm, UPR 2006, 8
  • de Witt/Gärtner, Das Schutzkonzept gegen nächtlichen Fluglärm aufgrund der DLR-Studie in der Planfeststellung von Flughäfen und Flugplätzen, ZfL – Zeitschrift für Lärmbekämpfung 2005, 52